Die Zukunft der Handelsabteilung einer Brauerei erleben

Ein Veränderungsprozess, der jeden mit einbezieht

Eine internationale Brauerei wollte ihre Handelsabteilung durch verstärkte Kundenorientierung, mehr Nähe zu Klienten und ein besseres Gefühl für die Dynamiken am Markt, neu ausrichten.

Das Management entwickelte eine Strategie, in der „Partnerschaft“ ein zentraler Schlüssel ist. Dies hatte zur Folge, dass ein neuer Umgang mit Klienten entwickelt wurde, was wiederum zur Folge hatte, dass die Handelsangestellten ihrerseits neue Rollen lernen mussten, wie nun mit dem Kunden umzugehen ist: Vom Berater zum Partner und vom Zulieferer zum Partner. Nicht jeder war über diese Veränderungen begeistert. Wie könnte die Organisation die Angst vor Veränderung nehmen und ihre Angestellten und Manager einladen mitzumachen? Dies war die Frage, die die Organisation Kessels & Smit vorlegte.

 

Veränderungen werden weniger abschreckend, wenn Menschen in der Lage sind sich vorzustellen, wie es in der Zukunft aussehen und anfühlen wird. Daher suchten wir eine Situation, in der es möglich wäre, sie anders zu gestalten als bisher gewohnt – eben mehr in der Art und Weise der neuen Philosophie. Hierdurch könnten die Angestellten und Manager die Veränderung erfahren anstatt nur darüber zu sprechen. Wir entschieden uns, dass die Jahrestagung des Unternehmens die Situation sein sollte, in welcher Veränderungen erfahrbar sein sollten. Die Jahrestagung ist eine Veranstaltung, zu der etwa 300 Personen an einen schönen Ort in Europa eingeladen werden, um in angenehmer Atmosphäre zu genießen und Vorträge des Managements zu besuchen. Wie würde die Tagung aussehen und sich anfühlen, wenn wir sie nach dem Prinzip der Partnerschaft (das Kernthema des beabsichtigten Veränderungsprozesses) gestalteten?

 

Zusammen mit einem Team bestehend aus Management (Handelsabteilung) und Angestellten gestalteten wir ein komplett neues Konzept für diese Veranstaltung. Wir wählten drei Basisprinzipien als Ausgangspunkt. Erstens: „Die Wichtigkeit zu informieren und Bedeutung zu geben.“ Während der Tagung legte das Management sehr klar dar, was die Grundlagen der Veränderung sind und diskutierte dies mit den Teilnehmern. Auf diese Weise war es den Teilnehmern möglich, sich ihre eigenen Gedanken über den Prozess zu machen. Zweitens, arbeiteten wir mit der „Kraft des gemeinsamen Erschaffens“ (co-creation). Es ist einfacher beteiligt zu sein, wenn man an Entscheidungen, die Organisation betreffen, mitgestaltet. Auf diese Weise bot die Tagung einen Freiraum um zusammen an Innovationen und neuen Lösungen zu arbeiten (im vom Management gesetzten Rahmen). Drittens: „Raum für Lernen schaffen“, war ein leitendes Prinzip. Veränderung verlangt neues Verhalten und neue Kompetenzen. Die Teilnehmer konnten Workshops zu Themen wie „Kooperation“ und „Der Umgang mit Veränderung auf einer emotionalen Ebene“ besuchen.

 

Es war ein begeisterndes und energiegeladenes Treffen, das in einer alten Flugzeughalle in der Nähe von Mailand (Italien) stattfand. Keine Präsentationen, aber viele Workshops und Design-Meetings. Kooperation über verschiedene Hierarchie-Stufen hinweg. Freiräume für informelle Gespräche und Austausch. Die regionalen Teams entschieden selbst, wie sie sich auf die Workshops aufteilen würden und wie sie die Ergebnisse gemeinsam behandeln werden.

 

Die Tagung generierte viel Energie um an dem folgenden Veränderungsprozess zu arbeiten. Die Angst wich von Anfang an der Beteiligung aller. Zusammen mit dem Managementteam analysierten wir den Erfolg: Welche Faktoren trugen zu dem positiven Ergebnis bei? Was hat dazu geführt, dass es funktioniert hat? Die Antworten auf diese Fragen nutzen wir um unsere nächsten Interventionen vorzubereiten, die alle auf konkrete Veränderungsschritte abzielten. Z.B. die Einführung einer kostenlosen Telefonnummer für Kunden. Dies machte eine andere Arbeitsweise für die Vertreter und die Beschäftigten in den Call Center nötig. Anstatt den Betroffenen zu erklären, was sie nun anders machen sollten, halfen wir ihnen dabei, die kostenlose Kundenhotline in ihre Arbeit zu integrieren. Partnerschaft.

 

Alles in allem führte dieser Start zu einem schnellen Entwicklungs- und Veränderungsprozess. Dazu mit einem positiven Nebeneffekt: Die Menschen erlebten, was es bedeutet, Teil eines Veränderungsprozesses in der Organisation zu sein und darin Verantwortung zu übernehmen. Dies hatte Einfluss auf allen Ebenen.




“Die Tagung generierte genug Energie um an dem daraus folgenden Veränderungsprozess zu arbeiten.”
Zugehörige Tools